May 28, 2026

Social-Media-bedingte digitale Erreichbarkeit und psychisches Wohlbefinden von Jugendlichen: Protokoll für ein Scoping Review

  • 1Technische Hochschule Deggendorf
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Protocol CitationLucia Hager, Elisabeth Parzefall, Patrick Ristau 2026. Social-Media-bedingte digitale Erreichbarkeit und psychisches Wohlbefinden von Jugendlichen: Protokoll für ein Scoping Review. protocols.io https://dx.doi.org/10.17504/protocols.io.kxygxj6zol8j/v1
License: This is an open access  protocol  distributed under the terms of the  Creative Commons Attribution License,  which permits unrestricted use, distribution, and reproduction in any medium, provided the original author and source are credited
Protocol status: Working
Created: May 04, 2026
Last Modified: May 28, 2026
Protocol  Integer ID: 316332
Keywords: specific role of social media, related digital accessibility, digital accessibility, accessibility, associations between social media, form of accessibility, social media, social, zusammenhängen zwischen social, methodology the scoping review, adolescent, scoping reviews ist, particular by social media, being of adolescent, das scoping review wird gemäß, bedingten digitalen erreichbarkeit wird bislang uneinheitlich untersucht, scoping review, digital transformation, spezifische rolle der social
Abstract
Background
In the 21st century, a profound shift in the way people communicate with one another and disseminate information can be observed worldwide. Central to this shift is the digital transformation, which is shaped in particular by social media. Adolescents use social media intensively, making it an integral part of their daily lives and ensuring that they are constantly digitally accessible. The literature suggests that this form of accessibility may be associated with negative effects on mental well-being. However, the results of existing studies are heterogeneous, and the specific role of social media-related digital accessibility has not yet been consistently investigated.

Objective
The objective of this scoping review is the systematic identification and structured mapping of existing empirical evidence regarding the associations between social media-related digital accessibility and the mental well-being of adolescents, as well as the identification of recommendations for action.

Methodology
The scoping review will be conducted in accordance with the guidelines of the Joanna Briggs Institute and reported in accordance with PRISMA-ScR. The literature search will be conducted across multiple databases and supplemented by manual searches. Study selection will take place in two phases and will be carried out by two independent reviewers. Data will be extracted using a standardized form and subsequently analyzed descriptively and thematically.

Expected Results
It is expected that the existing evidence will be presented in a structured manner, key relationships and influencing factors will be identified, and existing research gaps will be highlighted.

Zusammenfassung

Hintergrund Weltweit kann im 21. Jahrhundert ein tiefgreifender Wandel in der Art und Weise, wie Menschen miteinander kommunizieren und Informationen verbreiten, festgestellt werden. Zentral in diesem Wandel ist die digitale Transformation, die insbesondere durch soziale Medien geprägt wird. Jugendliche nutzen soziale Medien intensiv, sodass diese einen wesentlichen Bestandteil ihres Alltags darstellen und sie dadurch ständig digital erreichbar sind. In der Literatur wird diskutiert, dass diese Form der Erreichbarkeit mit negativen Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden verbunden sein kann. Die Ergebnisse bestehender Studien sind jedoch heterogen und die spezifische Rolle der Social-Media-bedingten digitalen Erreichbarkeit wird bislang uneinheitlich untersucht.

Ziel Ziel dieses Scoping Reviews ist die systematische Identifikation und strukturierte Kartierung bereits vorhandener empirischer Evidenz zu den Zusammenhängen zwischen Social-Media-bedingter digitaler Erreichbarkeit und dem psychischen Wohlbefinden von Jugendlichen sowie die Identifikation von Handlungsempfehlungen.

Methodik Das Scoping Review wird gemäß den Leitlinien des Joanna Briggs Institute durchgeführt und entsprechend PRISMA-ScR berichtet. Die Literaturrecherche erfolgt in mehreren Datenbanken sowie durch ergänzende Handsuchen. Die Studienauswahl erfolgt in zwei Phasen durch zwei unabhängige Reviewer*innen. Die Daten werden mithilfe eines standardisierten Formulars extrahiert und anschließend deskriptiv sowie thematisch ausgewertet.

Erwartete Ergebnisse Es wird erwartet, dass die vorhandene Evidenz strukturiert dargestellt, zentrale Zusammenhänge sowie Einflussfaktoren identifiziert und bestehende Forschungslücken aufgezeigt werden können.

Einleitung und Hintergrund
Weltweit kann im 21. Jahrhundert ein tiefgreifender Wandel in der Art und Weise, wie Menschen miteinander kommunizieren und Informationen verbreiten, festgestellt werden. Dies ist besonders auf fortschreitende Informations- und Kommunikationstechnologien zurückzuführen. Zentral in diesem Wandel ist die digitale Transformation, welche nicht nur politische und rechtliche Strukturen beeinflusst, sondern auch stark auf soziale Systeme wirkt (Hamdon & Smadi, 2026). Das Internet spielt gesellschaftlich eine wichtige Rolle und unterliegt einer stetigen Entwicklung. Besonders soziale Medien werden aufgrund ihrer weit verbreiteten Nutzung immer stärker im Zusammenhang mit ihren gesellschaftlichen Auswirkungen und Nutzungsmöglichkeiten betrachtet (Taddicken & Schmidt, 2022).

Jugendliche nutzen soziale Medien intensiv, sodass diese einen wesentlichen Bestandteil ihres Alltags darstellen (Faverio & Sidoti, 2025). Auch in Deutschland besitzen nahezu alle Jugendlichen ein Smartphone, wodurch es zunehmend schwieriger wird, eine klare Grenze zwischen „online“ und „offline“ zu ziehen. Das Smartphone ist für die Heranwachsenden ein wichtiger Begleiter im Alltag geworden, weshalb sie ständig digital erreichbar sind. Da diese Möglichkeiten zur Kommunikation und Informationsbeschaffung dauerhaft gegeben sind, wird in der Literatur diskutiert, dass dies mit negativen Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden verbunden sein kann. Es fällt ihnen schwer, ihr Handy bewusst auszuschalten, obwohl sie die Zeit ohne Internet genießen und gleichzeitig von Symptomen wie Müdigkeit und Überforderung berichten (Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest, 2025).

Das psychische Wohlbefinden von Jugendlichen wird zunehmend im wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Kontext diskutiert. Die Ergebnisse bestehender Studien zu diesem Thema sind allerdings heterogen und die spezifische Rolle der Social-Media-bedingten digitalen Erreichbarkeit als eigenständiger Einflussfaktor wird bislang uneinheitlich untersucht. Da immer mehr Studien zu diesem Thema veröffentlicht werden und diese unterschiedliche Aspekte untersuchen, besteht ein Bedarf an einer strukturierten Übersicht, in welcher die vorhandene Literatur systematisch zusammengeführt wird. Hierfür eignet sich insbesondere ein Scoping Review, da es das Ziel ist, ein Forschungsfeld breit zu erfassen, zentrale Konzepte aufzuzeigen und vorhandene Wissenslücken zu identifizieren (Peters et al., 2024).
Zielsetzung und Forschungsfrage(n)
Das Ziel dieses Scoping Reviews ist die systematische Identifikation und strukturierte Kartierung bereits vorhandener empirischer Evidenz zu den Zusammenhängen zwischen Social-Media-bedingter digitaler Erreichbarkeit und dem psychischen Wohlbefinden von Jugendlichen. Zudem sollen Handlungsempfehlungen identifiziert werden, die in der Literatur beschrieben werden, um einen Überblick über mögliche Ansatzpunkte für Präventions- und Interventionsmöglichkeiten sowie zukünftige Forschung zu geben und bestehende Forschungslücken aufzuzeigen.

Die Forschungsfrage orientiert sich am PCC-Framework (Population, Concept, Context) (Peters et al., 2024) und lautet:

Welche Evidenz zu den Zusammenhängen zwischen Social-Media-bedingter digitaler Erreichbarkeit und dem psychischen Wohlbefinden von Jugendlichen wird in der wissenschaftlichen Literatur beschrieben?

Ergänzend werden folgende Sub-Fragen beantwortet:

  1. Welche Arten von Zusammenhängen (z. B. positiv, negativ oder neutral) zwischen Social-Media-bedingter digitaler Erreichbarkeit und dem psychischen Wohlbefinden von Jugendlichen werden berichtet?
  2. Welche Dimensionen des psychischen Wohlbefindens werden in den eingeschlossenen Studien untersucht?
  3. Welche Einflussfaktoren werden in den Studien im Zusammenhang mit digitaler Erreichbarkeit und psychischem Wohlbefinden berücksichtigt?
  4. Welche Handlungsempfehlungen werden in der Literatur beschrieben?
Studiendesign
Es wird ein Scoping Review nach den Leitlinien des Joanna Briggs Institute (Peters et al., 2024) durchgeführt und gemäß PRISMA-ScR transparent berichtet (Tricco et al., 2018).
Methodik
Einschlusskriterien
Population: Jugendliche im Alter von 10 bis 19 Jahren

Konzept: Social-Media-bedingte digitale Erreichbarkeit sowie deren Zusammenhang mit dem psychischen Wohlbefinden

Kontext: Alltägliche, nicht-klinische Nutzung sozialer Medien

Studiendesigns: Empirische Studien (quantitativ, qualitativ oder Mixed Methods; primär und sekundär)

Weitere Kriterien: Studien in deutscher und englischer Sprache sowie Veröffentlichungen ab dem Jahr 2010

Datenbanken
Die Literaturrecherche erfolgt in den Datenbanken MEDLINE (via PubMed), PsycINFO (via EBSCOhost), CINAHL (via EBSCOhost), PubPsych sowie Web of Science.

Ergänzend werden Referenzlisten der eingeschlossenen Literatur sowie graue Literatur berücksichtigt, um ein möglichst umfassendes Bild des Forschungsfeldes zu erhalten (Bramer et al., 2017).
Suchstrategie
Für die Suchstrategie wird die dreistufige Suchmethodik des Joanna Briggs Institute angewendet. Zunächst wird eine erste Suche in MEDLINE (via PubMed) und CINAHL (via EBSCOhost) durchgeführt, um relevante Suchbegriffe zu identifizieren. Anschließend wird eine umfassende Suchstrategie in allen Datenbanken angewendet. Zuletzt erfolgt eine manuelle Durchsicht der Referenzlisten der eingeschlossenen Studien sowie relevanter Reviews, um weitere potenziell passende Studien zu identifizieren (Peters et al., 2024).
Die Suchstrategie wird im Verlauf des Reviews bei Bedarf angepasst und alle Änderungen werden transparent dokumentiert.
Datenmanagement
Die identifizierten Referenzen werden in die webbasierte Screening-Software Rayyan importiert und dort verwaltet. Duplikate werden entfernt. Die Volltexte werden über Hochschulbibliotheken oder durch Kontakt mit den Autor*innen beschafft (Peters et al., 2024).
Studienauswahl
Die Auswahl der Studien erfolgt in zwei Phasen. In der ersten Phase werden Titel und Abstract gescreent, um potenziell relevante Studien zu identifizieren. In der zweiten Phase erfolgt eine Volltextprüfung anhand der vollständigen Einschlusskriterien.
Vor Beginn des Screenings wird ein Pilot-Screening durchgeführt, um ein gemeinsames Verständnis der Einschlusskriterien sicherzustellen (Peters et al., 2024).
Das Screening erfolgt durch zwei unabhängige Reviewer*innen (LH und EP) im verblindeten Modus. Uneinigkeiten werden durch Diskussion gelöst oder eine dritte Person (PR) hinzugezogen. Gründe für den Ausschluss werden dokumentiert.
Datenextraktion
Die Daten werden mithilfe eines standardisierten Datenextraktionsformulars extrahiert. Erfasst werden unter anderem Autor*innen, Veröffentlichungsjahr, Studiendesign, Population, Outcomes, Zusammenhänge sowie Handlungsempfehlungen (Peters et al., 2024).

Die Datenextraktion erfolgt durch zwei unabhängige Reviewerinnen (Moola et al., 2024).

Datenanalyse
Die extrahierten Daten werden deskriptiv ausgewertet und thematisch strukturiert dargestellt. Die Analyse orientiert sich an den formulierten Sub-Fragen. Eine kritische Bewertung der methodischen Qualität der eingeschlossenen Studien wird nicht durchgeführt (Peters et al., 2024).
Präsentation der Ergebnisse
Die Ergebnisse werden tabellarisch und narrativ dargestellt. Zur Darstellung des Auswahlprozesses wird ein Flussdiagramm verwendet, das auf der aktualisierten PRISMA-Struktur basiert und sowohl Datenbankrecherchen als auch weitere Recherchewege getrennt abbildet. Die Darstellung erfolgt gemäß den Empfehlungen des PRISMA-ScR (Tricco et al., 2018).

Das Vorhaben wird voraussichtlich bis Dezember 2026 abgeschlossen sein.
Protocol references
Aromataris, E. & Riitano, D. (2014). Constructing a search strategy and searching for evidence. A guide to the literature search for a systematic review. The American journal of nursing, 114(5), 49–56. https://doi.org/10.1097/01.naj.0000446779.99522.f6
Bramer, W. M., Rethlefsen, M. L., Kleijnen, J. & Franco, O. H. (2017). Optimal database combinations for literature searches in systematic reviews: a prospective exploratory study. Systematic reviews, 6(1), 245. https://doi.org/10.1186/s13643-017-0644-y
Faverio, M. & Sidoti, O. (Dezember 2025). Teens, Social Media and AI Chatbots 2025. Pew Research Center. https://www.pewresearch.org/internet/2025/12/09/teens-social media-and-ai-chatbots-2025/
Hamdon, H. M. O. & SMADI, E. L. H. A. (2026). Digital transformation, social media platforms, and the reshaping of media policies in Jordan (2020–2025): A Political-Legal approach to governance, legitimacy, and digital security. Perinatal Journal, 34(1). https://doi.org/10.57239/prn.26.03410082
Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (Hrsg.). (2025). JIM-Studie 2025: Jugend, Information, Medien. https://mpfs.de/studie/jim-studie-2025/
Moola, S., Munn, Z., Tufunaru, C., Aromataris, E., Sears, K., Sfetc, R., Currie, M., Lisy, K., Qureshi, R., Mattis, P. & Mu, P.‑F. (2024). Systematic reviews of Aetiology and risk. In E. Aromataris, C. Lockwood, K. Porritt, B. Pilla & Z. Jordan (Hrsg.), JBI Manual for Evidence Synthesis. JBI. https://doi.org/10.46658/JBIMES-24-06
Peters, M. D. J., Godfrey, C., McInerney, P., Munn, Z., Tricco, A. C. & Khalil, H. (2024). Scoping reviews. In E. Aromataris, C. Lockwood, K. Porritt, B. Pilla & Z. Jordan (Hrsg.), JBI Manual for Evidence Synthesis. JBI. https://doi.org/10.46658/JBIMES-24-09
Taddicken, M. & Schmidt, J.‑H. (2022). Entwicklung und Verbreitung sozialer Medien. In J.-H. Schmidt & M. Taddicken (Hrsg.), Handbuch Soziale Medien (S. 3–17). Springer Fachmedien Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-658-25995-2_1#DOI
Tricco, A. C., Lillie, E., Zarin, W., O'Brien, K. K., Colquhoun, H., Levac, D., Moher, D., Peters, M. D. J., Horsley, T., Weeks, L., Hempel, S., Akl, E. A., Chang, C., McGowan, J., Stewart, L., Hartling, L., Aldcroft, A., Wilson, M. G., Garritty, C., . . . Straus, S. E. (2018). PRISMA Extension for Scoping Reviews (PRISMA-ScR): Checklist and Explanation. Annals of internal medicine, 169(7), 467–473. https://doi.org/10.7326/M18-0850