Jun 05, 2026

Peer-Support-Angebote im Zusammenhang mit Health Literacy bei erwachsenen Brustkrebspatientinnen: ein Scoping-Review-Protokoll

  • 1Technische Hochschule Deggendorf
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Protocol CitationElisabeth Parzefall, Lucia Hager, Patrick Ristau, Patrick Ristau 2026. Peer-Support-Angebote im Zusammenhang mit Health Literacy bei erwachsenen Brustkrebspatientinnen: ein Scoping-Review-Protokoll. protocols.io https://dx.doi.org/10.17504/protocols.io.q26g7qzjqlwz/v1
License: This is an open access  protocol  distributed under the terms of the  Creative Commons Attribution License,  which permits unrestricted use, distribution, and reproduction in any medium, provided the original author and source are credited
Protocol status: Working
Created: June 02, 2026
Last Modified: June 05, 2026
Protocol  Integer ID: 318407
Keywords: health literacy among adult breast cancer patient, peer support intervention, peer support intervention characteristic, health literacy among adult women, health literacy, adult breast cancer patient, peer support program, peer support, health literacy domain, context of breast cancer, health literacy als zentrale voraussetzung für informierte entscheidungen, health literacy bei erwachsenen brustkrebspatientinnen, darüber hinaus sollen untersuchte aspekte der health literacy, angeboten und health literacy bei erwachsenen brustkrebspatientinnen, angeboten und health literacy bei erwachsenen brustkrebspatientinnen systematisch, breast cancer, databases medline, prisma extension for scoping review, successful coping, systematic overview of the relationship, erweiterung für scoping review, social challenges for affected individual, zusammenhängen zwischen peer, methods the scoping review, scoping review, protokoll background breast cancer, zusammenhänge zwischen peer, informational support, support
Abstract
Background
Breast cancer is one of the most common cancers worldwide and is associated with considerable physical, psychological, and social challenges for affected individuals. Peer support programs can serve as an important form of assistance by facilitating interaction among those affected and providing emotional and informational support. At the same time, health literacy is considered a key prerequisite for informed decision-making, active disease management, and successful coping. While both peer support and health literacy have already been studied in the context of breast cancer, a systematic overview of the relationships between peer support programs and health literacy among adult breast cancer patients is currently lacking.

Objective
This scoping review aims to systematically map the evidence on the relationship between peer support interventions and health literacy among adult women with breast cancer, including the health literacy domains investigated, peer support intervention characteristics, and research gaps.

Methods
The scoping review will follow the Joanna Briggs Institute (JBI) methodology and will be reported using the PRISMA Extension for Scoping Reviews (PRISMA-ScR). The systematic literature search is conducted in the databases MEDLINE (via PubMed), CINAHL, PsycINFO, LIVIVO, and Web of Science. In addition, forward and backward citation searches as well as searches for grey literature are performed. German- and english-language literature is included. Title-/abstract- and full-text screening is performed by two independent reviewers. Data extraction is carried out using a standardized data extraction form. The results are presented in tabular, narrative, and, where appropriate, graphical formats.


Zusammenfassung

Hintergrund
Brustkrebs zählt weltweit zu den häufigsten Krebserkrankungen und stellt Betroffene nicht nur vor erhebliche körperliche, sondern auch psychosoziale Herausforderungen. Peer-Support-Angebote können dabei eine wichtige Form der Unterstützung darstellen, indem sie den Austausch zwischen Betroffenen ermöglichen sowie emotionale und informationsbezogene Unterstützung bieten. Gleichzeitig gilt Health Literacy als zentrale Voraussetzung für informierte Entscheidungen, aktives Krankheitsmanagement und eine erfolgreiche Krankheitsbewältigung. Während sowohl Peer-Support als auch Health Literacy im Kontext von Brustkrebs bereits untersucht wurden, fehlt bisher eine systematische Übersicht über die Zusammenhänge zwischen Peer-Support-Angeboten und Health Literacy bei erwachsenen Brustkrebspatientinnen.

Ziel
Ziel dieses Scoping Reviews ist es, die vorhandene Evidenz zu den Zusammenhängen zwischen Peer-Support-Angeboten und Health Literacy bei erwachsenen Brustkrebspatientinnen systematisch zu identifizieren, zu beschreiben und abzubilden. Darüber hinaus sollen untersuchte Aspekte der Health Literacy, Merkmale der Peer-Support-Angebote sowie bestehende Wissens- und Forschungslücken dargestellt werden.  

Methoden
Das Scoping Review wird gemäß der Methodik des Joanna Briggs Institute (JBI) durchgeführt und nach der PRISMA-Erweiterung für Scoping Reviews (PRISMA-ScR) berichtet. Die systematische Literaturrecherche erfolgt in den Datenbanken MEDLINE (via PubMed), CINAHL, PsycINFO, LIVIVO sowie Web of Science. Ergänzend werden Vorwärts- und Rückwärtszitationssuchen sowie Recherchen grauer Literatur durchgeführt. Eingeschlossen wird deutsch- und englischsprachige Literatur. Das Titel-/Abstract- und Volltextscreening erfolgt durch zwei unabhängige Reviewerinnen. Die Datenextraktion wird mithilfe eines standardisierten Datenextraktionsformulars durchgeführt. Die Ergebnisse werden tabellarisch, narrativ und gegebenenfalls grafisch dargestellt.
Einleitung
Brustkrebs zählt weltweit zu den häufigsten Krebserkrankungen und ist eine bedeutende Herausforderung für die globale Gesundheit. Laut aktuellen Daten des Global Cancer Observatory wurden im Jahr 2022 weltweit etwa 2,3 Millionen Neuerkrankungen sowie rund 666.000 Todesfälle infolge von Brustkrebs verzeichnet. Brustkrebs ist damit nach Lungenkrebs die zweithäufigste Krebsdiagnose insgesamt und zugleich die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen (Bray et al., 2024).

Eine Krebsdiagnose geht nicht nur mit erheblichen körperlichen Belastungen einher, sondern betrifft auch die kognitive, emotionale und soziale Ebene, wodurch die Bewältigung der Erkrankung sowie der Umgang mit der Therapie zusätzlich erschwert werden können (Carlson et al., 2019). Vor diesem Hintergrund spielen psychosoziale Unterstützungsangebote eine zentrale Rolle in der onkologischen Versorgung. Hierzu zählen insbesondere auch Peer-Support-Angebote.  Peer-Support beschreibt dabei die Unterstützung durch Personen mit vergleichbaren krankheits- oder lebensbezogenen Erfahrungen, die auf gemeinsamen Erlebnissen, gegenseitigem Verständnis sowie erfahrungsbasiertem Wissen beruhen (Campbell et al., 2004; Hoey et al., 2008). Im onkologischen Kontext kann Peer-Support verschiedene formelle und informelle Unterstützungsangebote umfassen. Darunter fallen Selbsthilfegruppen, Peer-Mentoring sowie telefonische oder digitale Austauschformate zwischen Betroffenen. Ziel dieser Angebote ist es, emotionale Unterstützung bereitzustellen, den Austausch krankheitsbezogener Erfahrungen zu fördern sowie Betroffene im Umgang mit Erkrankung und Therapie zu unterstützen. Der Austausch mit Personen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, kann dazu beitragen, krankheitsbezogene Informationen besser einzuordnen, Bewältigungsstrategien zu entwickeln und soziale Unterstützung zu erfahren (Hoey et al., 2008).

Parallel dazu wird Health Literacy – im Deutschen häufig als Gesundheitskompetenz übersetzt - als zentrale Voraussetzung für informierte Entscheidungen, effektive Kommunikation mit Gesundheitsfachpersonen und erfolgreiches Krankheitsmanagement gesehen (Sørensen et al., 2012). Health Literacy beschreibt die Fähigkeit, gesundheitsbezogene Informationen zu finden, zu verstehen, zu bewerten und anzuwenden, um Entscheidungen in Bezug auf Gesundheitsversorgung, Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung treffen zu können (Sørensen et al., 2012). Neuere konzeptionelle Weiterentwicklungen betonen zusätzlich die Bedeutung sozialer und struktureller Ressourcen für Health Literacy (Bröder et al., 2018). Soziale Unterstützung wird als wichtige Voraussetzung zur Förderung von Health Literacy angesehen. Insbesondere der Austausch mit anderen Betroffenen kann dazu beitragen, krankheitsbezogene Informationen besser zu verstehen, Erfahrungen einzuordnen und Sicherheit im Umgang mit Therapieentscheidungen zu gewinnen (Housten et al., 2021). Peer-Support-Angebote könnten somit einen relevanten Beitrag zur Förderung verschiedener Dimensionen der Health Literacy leisten, beispielsweise hinsichtlich des Verständnisses gesundheitsbezogener Informationen, der aktiven Beteiligung an Entscheidungsprozessen oder des Umgangs mit der eigenen Erkrankung und Behandlung.

Während für andere Tumorarten bereits Studien vorliegen, die Zusammenhänge zwischen Peer-Support und Health Literacy untersuchen, ist die Evidenzlage im Kontext von Brustkrebs bisher weniger eindeutig. Beispielsweise zeigten Haack et al. (2018), dass die Teilnahme an Selbsthilfegruppen bei Prostatakrebspatienten mit einer höheren Health Literacy assoziiert war. Die bisherige Evidenz deutet darauf hin, dass Peer-Support Angebote bei Brustkrebspatientinnen Aspekte fördern können, die mit Health Literacy in Verbindung stehen, beispielsweise den Zugang zu krankheitsbezogenen Informationen, den Erfahrungsaustausch sowie Selbstmanagementkompetenzen (Hu et al., 2019). Nach aktuellem Kenntnisstand liegt aber keine Übersichtsarbeit vor, die spezifisch die Evidenz zu Peer-Support-Angeboten und Health Literacy bei erwachsenen Brustkrebspatientinnen kartiert. Zudem unterscheiden sich vorhandene Studien hinsichtlich der Angebotsformen von Peer-Support, beispielsweise in Bezug auf Format, Dauer, Durchführung und Setting (Campbell et al., 2004; Hoey et al., 2008).

Diese Heterogenität erschwert die systematische Einordnung der vorhandenen Evidenz. Vor diesem Hintergrund ist ein Scoping Review geeignet, um verfügbare Literatur zu identifizieren und strukturiert darzustellen sowie zentrale Konzepte und bestehende Wissens- und Forschungslücken abzubilden.
Forschungsfrage
Die Forschungsfrage dieses Scoping Reviews wurde aus dem PCC-Framework (Population – Concept – Context) gemäß dem JBI-Manual for Evidence Synthesis (Peters et al., 2024) abgeleitet, welches in Tabelle 1 dargestellt ist. Das PCC-Framework dient der strukturierten Definition der zentralen Elemente der Forschungsfrage und unterstützt die Entwicklung klarer Ein- und Ausschlusskriterien sowie einer systematischen Suchstrategie (Peters et al., 2024).



AB
PCC-FrameworkBeschreibung
Population (P)Frauen ab 18 Jahren mit einer Brustkrebsdiagnose, unabhängig vom Erkrankungsstadium, Zeitpunkt der Diagnose oder aktuellen Behandlungsphase 
Konzept (C)Zusammenhänge zwischen Peer-Support-Angeboten und Health Literacy, insbesondere hinsichtlich des Findens, Verstehens, Bewertens und Anwendens gesundheitsbezogener Informationen sowie des Umgangs mit der eigenen Erkrankung und Behandlung
Kontext (C)Brustkrebsversorgung über verschiedene Settings hinweg
Tabelle 1: PCC-Framework

Die Forschungsfrage lautet:

Welche Evidenz zu Zusammenhängen zwischen Peer-Support-Angeboten und Health Literacy bei erwachsenen Brustkrebspatientinnen liegt vor?

Zur weiteren Konkretisierung der Forschungsfrage und zur strukturierten Darstellung der vorhandenen Evidenz ergeben sich folgende Unterfragen:

  1. Welche Aspekte der Health Literacy werden in den eingeschlossenen Studien untersucht?
  2. Welche Arten und Merkmale von Peer-Support-Angeboten werden beschrieben (z. B. Gruppenangebote, Online-Formate, Setting, Dauer, Häufigkeit)?
  3. Welche populations-, krankheits- und behandlungsbezogenen Merkmale der eingeschlossenen Patientinnen werden in den Studien berücksichtigt (z. B. Alter, Menopausenstatus, Erkrankungsstadium, Behandlungsstatus)?
  4. Welche Handlungsempfehlungen und Forschungslücken werden in der Literatur beschrieben? 
Methoden/Design
Studiendesign

Das vorliegende Protokoll wurde unter Berücksichtigung der Best-Practice-Guidance für Scoping-Review-Protokolle entwickelt (Peters et al., 2022). Das Scoping Review wird gemäß der Methodik des Joanna Briggs Institute (JBI) für Scoping Reviews durchgeführt (Peters et al., 2024) und gemäß der PRISMA-Erweiterung für Scoping Reviews (PRISMA-ScR) berichtet (Tricco et al., 2018).
Einschlusskriterien

Die Ein- und Ausschlusskriterien dieses Scoping Reviews orientieren sich am PCC-Framework nach Peters et al. (2024) und wurden auf Grundlage der Forschungsfrage definiert. Sie dienen dazu, relevante Evidenz systematisch zu identifizieren und die Auswahl der Literatur transparent und nachvollziehbar zu gestalten. Die Kriterien sind in Tabelle 2 dargestellt.

ABC
DomäneEinschlusskriterienAusschlusskriterien
PopulationFrauen ab 18 Jahren mit einer Brustkrebsdiagnose, unabhängig vom Erkrankungsstadium, Zeitpunkt der Diagnose oder aktuellen Behandlungsphase -
Untersuchungs-gegenstandPeer-Support-Angebote im onkologischen Versorgungskontext, die therapiebegleitend oder nach Abschluss der Therapie stattfinden und den Austausch zwischen Betroffenen ermöglichen. Eingeschlossen werden sowohl persönlich als auch digital durchgeführte Angebote sowie Selbsthilfegruppen oder von Betroffenen angeleitete Gruppen.rein medizinische oder pharmakologische Interventionen; Peer-Programme ohne Peer-to-Peer-Anteil
StudiendesignPrimär- und Sekundarstudien sowie systematische Übersichtsarbeiten-
QuellentypAlle Arten wissenschaftlicher Literatur und graue Literatur-
SpracheDeutsch- und englischsprachige Publikationen -
Publikationszeit-raumKeine zeitliche Einschränkung
Tabelle 2: Ein- und Ausschlusskriterien

Informationsquellen

Zur Identifikation relevanter Evidenz wird eine systematische Literaturrecherche in den Datenbanken MEDLINE (via PubMed), CINAHL (via EBSCOhost), PsycINFO (via Ovid), LIVIVO sowie Web of Science durchgeführt. Ergänzend erfolgt eine Handsuche, einschließlich der Vorwärts- und Rückwärtszitationsverfolgung eingeschlossener Publikationen, um weitere relevante Quellen zu identifizieren. Darüber hinaus wird graue Literatur berücksichtigt, um eine möglichst ausführliche Erfassung der verfügbaren Evidenz zu erhalten und um beispielsweise nicht veröffentlichte empirische Bachelor- und Masterarbeiten einschließen zu können.
Suchstrategie

Die Literaturrecherche erfolgt gemäß den Empfehlungen des Joanna Briggs Institute (JBI) in einem dreistufigen Suchprozess (Peters et al., 2024). Ziel der Suchstrategie ist eine möglichst umfassende Identifikation relevanter veröffentlichter und unveröffentlichter Literatur zu den Zusammenhängen zwischen Peer-Support-Angeboten und Health Literacy bei erwachsenen Brustkrebspatientinnen. Es wird deutsch- und englischsprachige Literatur bei der Suche berücksichtigt; eine zeitliche Einschränkung des Publikationszeitraums erfolgt nicht.

Im ersten Schritt wird eine initiale begrenzte Suche in den Datenbanken MEDLINE und CINAHL durchgeführt. Diese Vorabrecherche dient der Identifikation relevanter Schlüsselbegriffe und Synonyme. Hierbei werden insbesondere die in Titeln, Abstracts und Schlüsselwörtern verwendeten Begriffe betrachtet, um die finale Suchstrategie systematisch weiterzuentwickeln. Im zweiten Schritt wird auf Grundlage der identifizierten Suchbegriffe eine umfassende systematische Literaturrecherche in allen eingeschlossenen Datenbanken durchgeführt. Im dritten Schritt erfolgt eine ergänzende Handsuche. Hierbei werden die Referenzen der eingeschlossenen Volltexte im Rahmen einer Vorwärts- und Rückwärtszitationssuche überprüft, um weitere potenziell relevante Quellen zu identifizieren. Zusätzlich wird graue Literatur berücksichtigt, um eine möglichst umfassende Erfassung der vorhandenen Evidenz sicherzustellen. Hierzu zählen insbesondere Berichte von Krebsorganisationen sowie Veröffentlichungen von Selbsthilfeverbänden. 

Die Literaturrecherche wird iterativ durchgeführt. Im Verlauf des Suchprozesses können zusätzliche relevante Suchbegriffe oder Synonyme identifiziert und in die Suchstrategie integriert werden. Alle Anpassungen der Suchstrategie werden transparent dokumentiert, um die Nachvollziehbarkeit der Recherche sicherzustellen. 

Tabelle 3 zeigt die vorläufigen Suchbegriffe, die aus der Forschungsfrage abgeleitet wurden und die drei zentralen Punkte des Scoping Reviews abbilden.

AB
 Suchbegriff
Brustkrebs("breast neoplasms" OR "breast cancer" OR "mammary cancer" OR "mammary neoplasms" OR Brustkrebs OR Mammakarzinom*)
Health Literacy("health literacy" OR "cancer literacy" OR "health knowledge" OR "health competence" OR "patient knowledge" OR "patient educat*" OR Gesundheitskompetenz)
Peer-Support("peer group" OR "peer support" OR "peer mentor*" OR "peer-led" OR "support group*" OR "self-help group*" OR "peer-to-peer" OR Peerberatung* OR Selbsthilfe*)
Tabelle 3: vorläufige Suchbegriffe

Eine vorläufige Suchstrategie für die Datenbank MEDLINE lautet: 

("Breast Neoplasms"[mh] OR "breast neoplasms"[tiab] OR "breast cancer"[tiab] OR "mammary cancer"[tiab] OR "mammary neoplasms"[tiab] OR Brustkrebs[tiab] OR Mammakarzinom*[tiab]) AND ("Health Literacy"[mh] OR "health literacy"[tiab] OR "cancer literacy"[tiab] OR "health knowledge"[tiab] OR "health competence"[tiab] OR "patient knowledge"[tiab] OR "patient educat*"[tiab] OR Gesundheitskompetenz[tiab]) AND ("Peer Group"[mh] OR "peer group"[tiab] OR "peer support"[tiab] OR "peer mentor*"[tiab] OR "peer-led"[tiab] OR "support group*"[tiab] OR "self-help group*"[tiab] OR "peer-to-peer"[tiab] OR Peerberatung*[tiab] OR Selbsthilfe*[tiab])
Datenmanagement
Alle identifizierten Literaturzitate werden zunächst zur weiteren Verwaltung und Organisation in das webbasierte Screening-Tool Rayyan importiert. Duplikate werden entfernt (Ouzzani et al., 2016). Zu prüfende Volltexte werden über Bibliothekszugänge beschafft. Sollte der Zugriff auf einzelne Volltexte dort nicht möglich sein, werden die jeweiligen Autor:innen kontaktiert und um eine Bereitstellung der Publikation gebeten. Kann auf diesem Weg ebenfalls kein Volltext beschafft werden, so wird die entsprechende Studie aus dem weiteren Auswahlprozess ausgeschlossen.
Studienselektion
Das Titel-/Abstract-Screening sowie das Volltextscreening werden durch zwei unabhängige Reviewerinnen durchgeführt. Die Auswahl erfolgt anhand der definierten Einschlusskriterien. Diskrepanzen zwischen den Reviewerinnen (EP und LH) werden zunächst durch Diskussion und dann durch das Hinzuziehen der betreuenden Person (PR) gelöst.
Datenerhebungs- und Datenextraktionsprozess
Die Datenextraktion der eingeschlossenen Studien erfolgt mithilfe eines Datenextraktionsformulars in Microsoft Excel (Microsoft Corporation). Ziel der Datenextraktion ist die systematische Erfassung relevanter Informationen zur Beantwortung der Forschungsfrage des Scoping Reviews (Peters et al., 2024). Folgende Daten werden aus den eingeschlossenen Volltexten extrahiert:

1.     Autor:innen
2.     Erscheinungsjahr
3.     Herkunfts- bzw. Publikationsland der Studie
4.     Zielsetzung bzw. Zweck der Studie
5.     Charakteristika der Population (wie Alter und Krebsstadium) sowie Stichprobengröße
6.     Art und Dauer des Peer-Support-Angebots
7.     Untersuchte Aspekte der Health Literacy
8.     Methodologie und verwendete Methoden 
9.     Zentrale Ergebnisse in Bezug auf die Forschungsfrage des Scoping Reviews

Das vorläufige Datenextraktionsformular wird zunächst anhand einer Teilmenge der eingeschlossenen Studien (2-3 Studien) pilotiert, um dessen Anwendbarkeit und Vollständigkeit zu überprüfen. Bei Bedarf wird das Formular im Verlauf des Reviews angepasst und weiterentwickelt. Die Datenextraktion erfolgt durch zwei unabhängige Reviewerinnen (EP und LH).
Datenanalyse
Die während der Datenextraktion gewonnenen Ergebnisse werden deskriptiv ausgewertet und strukturiert dargestellt. Dabei erfolgt eine thematische Kategorisierung der identifizierten Aspekte der Health Literacy sowie der unterschiedlichen Arten und Merkmale von Peer-Support-Angeboten. Darüber hinaus werden populations-, krankheits- und behandlungsbezogene Charakteristika der eingeschlossenen Brustkrebspatientinnen zusammenfassend dargestellt. Falls geeignet, werden die Ergebnisse grafisch dargestellt. Eine Bewertung der methodischen Qualität der eingeschlossenen Studien erfolgt nicht (Peters et al., 2024).
Darstellung der Ergebnisse
Die Ergebnisse des Scoping Reviews werden entsprechend der Forschungsfrage und der definierten Unterfragen strukturiert dargestellt. Ziel der Ergebnisdarstellung ist es, einen umfassenden Überblick über die vorhandene Evidenz zu den Zusammenhängen zwischen Peer-Support-Angeboten und Health Literacy bei erwachsenen Brustkrebspatientinnen zu geben sowie bestehende Wissens- und Forschungslücken sichtbar zu machen.

Die Ergebnisse werden tabellarisch und narrativ zusammengefasst. Zur strukturierten Darstellung der eingeschlossenen Evidenz werden zwei Tabellen erstellt. Die erste Tabelle dient der Übersicht über die Charakteristika der eingeschlossenen Studien und umfasst unter anderem Autor:innen, Erscheinungsjahr, Herkunftsland, Studiendesign, Population, Versorgungskontext sowie zentrale Merkmale der Peer-Support-Angebote. Die zweite Tabelle stellt die inhaltlichen Ergebnisse der Studien dar, insbesondere die untersuchten Aspekte der Health Literacy, berichtete Effekte und Zusammenhänge sowie beschriebene Handlungsempfehlungen und Forschungslücken. Ergänzend werden die zentralen Ergebnisse narrativ beschrieben und zusammenfassend eingeordnet. Falls geeignet, erfolgt zusätzlich eine grafische Darstellung der Ergebnisse.

Die Ergebnisberichterstattung erfolgt nach PRISMA-ScR (Tricco et al., 2018). Der Studienselektionsprozess wird mithilfe eines PRISMA-Flussdiagramms transparent dargestellt. Das Flussdiagramm dokumentiert die Anzahl der identifizierten, gescreenten, ausgeschlossenen und eingeschlossenen Quellen sowie die Gründe für den Ausschluss von Volltexten entsprechend den PRISMA-ScR-Empfehlungen. 

Das Vorhaben wird voraussichtlich bis Dezember 2026 abgeschlossen sein.
Protocol references
Bray, F., Laversanne, M., Sung, H., Ferlay, J., Siegel, R. L., Soerjomataram, I. & Jemal, A. (2024). Global cancer statistics 2022: GLOBOCAN estimates of incidence and mortality worldwide for 36 cancers in 185 countries. CA: A Cancer Journal For Clinicians74(3), 229–263. https://doi.org/10.3322/caac.21834

Bröder, J., Chang, P., Kickbusch, I., Levin-Zamir, D., McElhinney, E., Nutbeam, D., Okan, O., Osborne, R., Pelikan, J., Rootman, I., Rowlands, G., Nunes-Saboga, L., Simmons, R., Sørensen, K., Van den Broucke, S., Velardo, S. & Wills, J. (2018). IUHPE Position Statement on Health Literacy: a practical vision for a health literate world. Global Health Promotion25(4), 79–88. https://doi.org/10.1177/1757975918814421

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Haack, M., Kofahl, C., Kramer, S., Seidel, G., Von Dem Knesebeck, O. & Dierks, M. (2018). Participation in a prostate cancer support group and health literacy. Psycho-Oncology27(10), 2473–2481. https://doi.org/10.1002/pon.4854

Hoey, L. M., Ieropoli, S. C., White, V. M. & Jefford, M. (2008). Systematic review of peer-support programs for people with cancer. Patient Education And Counseling70(3), 315–337. https://doi.org/10.1016/j.pec.2007.11.016

Housten, A. J., Gunn, C. M., Paasche-Orlow, M. K. & Basen-Engquist, K. M. (2021). Health Literacy Interventions in Cancer: a Systematic Review. Journal Of Cancer Education36(2), 240–252. https://doi.org/10.1007/s13187-020-01915-x

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Ouzzani, M., Hammady, H., Fedorowicz, Z. & Elmagarmid, A. (2016). Rayyan—a web and mobile app for systematic reviews. Systematic Reviews5(1), 210. https://doi.org/10.1186/s13643-016-0384-4

Peters, M. D., Godfrey, C., McInerney, P., Khalil, H., Larsen, P., Marnie, C., Pollock, D., Tricco, A. C. & Munn, Z. (2022). Best practice guidance and reporting items for the development of scoping review protocols. JBI Evidence Synthesis20(4), 953–968. https://doi.org/10.11124/jbies-21-00242

Peters, M. D. J., Godfrey, C., McInerney, P., Munn, Z., Tricco, A. C., & Khalil, H. (2024). Scoping reviews. In E. Aromataris & Z. Munn (Eds.), JBI Manual for Evidence Synthesis. JBI. Abgerufen am 27. Mai 2026 von https://doi.org/10.46658/JBIMES-24-09

Sørensen, K., Van den Broucke, S., Fullam, J., Doyle, G., Pelikan, J., Slonska, Z. & Brand, H. (2012). Health literacy and public health: A systematic review and integration of definitions and models. BMC Public Health12(1), 80. https://doi.org/10.1186/1471-2458-12-80

Tricco, A. C., Lillie, E., Zarin, W., O’Brien, K. K., Colquhoun, H., Levac, D., Moher, D., Peters, M. D. J., Horsley, T., Weeks, L., Hempel, S., Akl, E. A., Chang, C., McGowan, J., Stewart, L., Hartling, L., Aldcroft, A., Wilson, M. G., Garritty, C., … Straus, S. E. (2018). PRISMA extension for scoping reviews (PRISMA-ScR): Checklist and explanation. Annals of Internal Medicine, 169(7), 467–473. https://doi.org/10.7326/M18-0850